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Die ganze Wissenschaft von der Umsorgung und Umgarnung des Kapitalgebers nennt sich im Börsenneusprech "Investor Relations" (IR), auf deutsch: "Beziehung zu den Investoren". IR-Leute schreiben die Geschäftsberichte, verfassen Presse- und Ad-hoc-Verlautbarungen, beantworten E-Mails und Briefe neugieriger oder erboster Anleger und organisieren Hauptversammlungen und "Road Shows", zu deutsch: Werbefahrten zu Investoren, denen anlässlich eines Börsengangs, einer Kapitalerhöhung oder der Begebung einer Anleihe ein Wertpapier zum Kauf angedient werden soll. Anleger- und Firmeninteressen decken sich in der Theorie: Der Aktionär will stets auf dem Laufenden sein, das Unternehmen profitiert vom zufriedenen Aktionär, der seine Aktie hält statt sie zu verkaufen - was dem Kurs nur gut tut.
Ein guter Kurs erfreut das Unternehmen, werden doch die Manager nicht nur an den Zahlen, sondern auch am Aktienkurs gemessen, wie der ehemalige Telekom-Chef Ron Sommer lernen musste.
Als besonders informationshungrig gelten die Fondsgesellschaften, die oft hohe Anteile am Unternehmen halten und mit Käufen und Verkäufen Kurse leichter bewegen können als Kleinanleger. Sie werden von den IR-Abteilungen meist bevorzugt behandelt, erfahren mehr und dieses zügiger als der "ordinäre" Streubesitz-Aktionär, dem so schnell keine Audienz beim Vorstandschef zuteil wird.
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