Ein bevorzugtes Forum zur Selbstdarstellung der Unternehmen sind ansonsten die Internetseiten der Aktiengesellschaften. Abgesehen vom Geschäftsbericht finden sich dort die meisten Angaben zum Unternehmen. Seriöse Information einer Aktiengesellschaft ist an folgenden Kriterien zu erkennen:
Die Firma informiert auch über schlechte Neuigkeiten rasch und unverblümt. Probleme werden nicht erst dann kommuniziert, wenn der Insolvenzverwalter im Anmarsch ist.
Basisinformationen sollten leicht zugänglich und immer auf dem neuesten Stand sein. Dazu zählen wichtige Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Beschäftigtenzahl, aber auch Unternehmenskalender mit Terminen wie Hauptversammlung oder Bilanzvorlage, und sachliche Angaben zu Geschichte, Produkten, Kundenstruktur, Absatz- und Tätigkeitsgebieten.
Geschäftsberichte sollte es per Postabo oder im Internet zum Herunterladen geben. Gleiches gilt für Halbjahresberichte
IR-Abteilung oder -Beauftragte(r) sollten mit Namen, Adresse, E-Mail und Telefonnummer im Internet genannt sein. Eigens geschaffene "Aktionärsforen", "Callcenter" und ähnliches sollten nicht an der Freundlichkeit ihrer Mitarbeiter, sondern an deren Kompetenz gemessen werden. Werden Aktionäre dort ruhiggestellt oder informiert? Ein Testanruf schadet nicht.
Liegen die Geschäftsergebnisse pünktlich vor? Am Neuen Markt haben viele Firmen ihre Bilanzen verspätet vorgelegt - der Absturz der Aktie folgt jeweils prompt. * Wichtig sind auch Angaben zur Aktionärsstruktur. Gibt es an der Aktie nur wenig Streubesitz, ist der Handel möglicherweise nicht sehr liquide, an der Börse finden Käufer und Verkäufer dann nur selten zusammen.
Gute Internetseiten bieten per E-Mail "Newsletter". Wichtig: Deckt sich der Inhalt der "Newsletter" wesentlich mit der Berichterstattung der Finanzpresse (u.a. "Financial Times", "Handelsblatt") und den Nachrichtenagenturen (u.a. Reuters, Bloomberg)? Oder liest sich die Lage in der unabhängigen Presse völlig anders?
Ziele sollte jede Firma haben und nennen. Schätzungen zur Umsatz- und Gewinnentwicklung sollten aber realistisch sein. Firmen, die Quartal für Quartal oder gar Jahr für Jahr ihren Prognosen hinterherhinken, sind ein klarer "Verkauf".